Dr. habil.MAlte Persike

Data Analytics und elektronische Prüfungen:
Vorbereitung, Vorhersage

Donnerstag, 29. November 2018, 13:30 – 14:00 Uhr, Couvenhalle

Learning Analytics (LA) und Educational Data Mining (EDM) wollen große Datenmengen aus digitalen Plattformen so verdichten, dass mit den gewonnen Erkenntnissen studentischer Lernerfolg vorhergesagt und die Qualität von Lehr- und Lernprozessen erhöht werden kann. Typische Anwendungsfelder von LA und EDM sind die Identifikation von Risikostudierenden, die Klassifikation von Lernstrategien oder die Analyse sozialer Netzwerke in Seminargruppen. Systeme in diesen Bereichen sind seit 2010 im Produktiveinsatz, darunter Großprojekte wie SHERPA (OC Community College), SIGNALS (Purdue University) STELA (KU Leuven) oder LERSYS (HTWK Leipzig). Bislang wenig beachtet ist das Potential von LA und EDM im Kontext von e-Prüfungen. Erste Ansätze zielen auf  die Optimierung der Prüfungsvorbereitung von Studierenden durch KI-gestützte Aufgabenauswahl, die dynamische Anpassung von Übungsumgebungen auf den Lerntyp oder die Vorhersage der Prüfungsleistung auf Basis. Der Vortrag gibt eine Übersicht aktueller Projekte zur Nutzung von LA und EDM im Prüfungsbereich, diskutiert die Wirksamkeit der Ansätze und liefert einen Ausblick auf die vielversprechendsten Entwicklungsrichtungen.

Zur Person:

Dr. habil. Malte Persike arbeitet als Psychologe an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Ars legendi Preis für exzellente Hochschullehre in den Sozialwissenschaften ausgezeichnet, 2014 erhielt er für sein Inverted Classroom Konzept den Landeslehrpreis Rheinland-Pfalz. Er ist Produzent der ersten beiden MOOCs auf dem Gebiet der Statistik im deutschsprachigen Raum und ist derzeit unter anderem als Mitglied des Hochschulforum Digitalisierung aktiv.

Prof. Klaus Wehrle

Blockchain-gestützte elektronische Prüfungen

Donnerstag, 29.November 2018, 14:00 – 14:30 Uhr, Couvenhalle

Blockchain wird heute als mögliche Schlüsseltechnologie zur sicheren
Kollaboration zwischen Parteien, die sich gegenseitig nicht vertrauen,
angesehen. Beispielsweise wird ihr Nutzen für Anwendungen wie Supply
Chain Management oder das Bankenwesen intensiv erforscht. Ein
ähnliches Szenario finden wir allerdings auch in der
Hochschullandschaft wieder, in der unabhängige und teilweise
konkurrierende Hochschulen dennoch einen Anreiz zur Kollaboration haben: Gerade das
Erstellen und Pflegen von Lehrmaterialien und Prüfungsaufgaben findet oft redundant an
verschiedenen Hochschulen statt. Um synergetische Effekte zu erschaffen, indem
Hochschullehrende gemeinsam eine qualitativ hochwertige Sammlung von Lehr- und
Prüfungsmaterialien pflegen, müsste die Urheberschaft der Materialien sowie ihre
Entwicklungsverläufte eindeutig nachvollziehbar sein. Da dieses Szenario wie geschaffen für
den Einsatz der Blockchaintechnologie erscheint, präsentiert dieser Vortrag kurz die
Grundlagen und aktuelle Anwendungen dieser Technologie und beleuchtet im Anschluss ihr
Potenzial zur Schaffung einer Infrastruktur, mit der Hochschullehrende gemeinsam und
nachverfolgbar Lehrmaterialien erstellen, pflegen, und für Prüfungen einsetzen können.

Zur Person:

Klaus Wehrle ist Professor für Informatik und leitet den Lehrstuhl für
Kommunikation und verteilte Systeme
(COMSYS) an der RWTH Aachen. Er
erlangte sein Diplom sowie seinen Doktortitel an der Universität
Karlsruhe (mittlerweile KIT). Zwischen 2002 und 2003 arbeitete Professor
Wehrle als Postdoc am International Computer Science Insitute (ICSI) der
University of California in Berkely. Er erhielt 2004 ein Stipendium der
Emmy-Noether-Stiftung der DFG und etablierte daraufhin an der
Universität Tübingen eine Nachwuchsgruppe mit den
Forschungsschwerpunkten Protokollentwicklung und verteilte Systeme. Im
Anschluss wechselte Professor Wehrle 2006 als Juniorprofessor an die
RWTH Aachen, an der er seit 2010 Professor ist. Seine
Forschungsinteressen liegen verstärkt (aber nicht ausschließlich) in der
Entwicklung neuer Netzwerkprotokolle, (formalen) Methoden zur
Protokollentwicklung und Netzwerkanalyse, Simulation von Netzwerken,
zuverlässigen Kommunikation sowie sämtlicher betriebssystembeeinflussten
Aspekte von Netzwerktechnologien.

 

 

Johannes Heinlein

Neuste Entwicklungen in Technologie und Lernmethodik – wie bereichern die Neuerungen die Hochschulbildung?

Freitag, 30.November 2018, 9:00 – 9:30 Uhr, Couvenhalle


Die Keynote gibt einen Überblick über Trends, Herausforderungen & Chancen für Hochschulen, Ministerien und Unternehmen weltweit und Anregungen für das deutsche Hochschulsystem  – basierend auf den Erfahrungen von edx, einer gemeinnützigen online learning Initative.

edx wurde 2012 von der Harvard Universität und dem  Massachusetts Institute of Technology (MIT) gegründet und hat aktuell international mehr als 130 Hochschulpartner darunter auch die RWTH. Ziel von edx ist es, Studenten weltweit online den Zugang zu Universitäten zu erleichtern sowie die Qualität und Effektivität der Hochschulbildung durch ein optimales Misch-Modell aus Online-Lehrgängen und persönlicher Lehre verbessert werden.

Der Vortrag informiert über neueste Technologieentwicklungen, insbesondere über die Entwicklungen im Bereich elektronische Prüfungen und proctored exams, Lernmethodiken und wie sie Hochschulbildung bereichern können. Zudem werden aktuelle Forschungsinitiativen und Ergebnisse der edx Hochschulpartner vorgestellt.

Zur Person:

Johannes Heinlein ist edx-Vizepräsident für strategische Partnerschaften und Mitglied des Vorstands.

edx  ist eine gemeinnützige online learning Initiative. Sie wurde 2012 von Harvard und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) gegründet. Aktuell hat edx weltweit mehr als 130 Hochschulpartner darunter auch die RWTH.

Heinlein arbeitet an der Entwicklung und Umsetzung langfristiger Strategien und Partnerschaftsmodelle und ist verantwortlich für weltweite edX- Partnerschaften mit Hochschulen und Ministerien.

Zuvor war Johannes Heinlein als Direktor bei Harvard zuständig für strategische Transformationsprojekte. Vor seiner Zeit bei Harvard hat er im Bereich Strategie und Operatives Management gearbeitet, unter anderem als Strategiedirektor für die neuseeländische Regierung und als Berater für international führende Unternehmen und öffentliche Stellen in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischem Raum.

Johannes Heinlein ist in Hamburg geboren, hat in Deutschland (Hamburg) und Schottland (University of Edinburgh und University of Strathclyde) studiert und lebt seit vielen Jahren mit seiner Familie in Boston, USA.